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CITE ME IF YOU CAN

Mit diesem provokanten Titel forderte die Vortragende Zoe Schubert das Publikum gezielt heraus, sich mit der technologischen Darstellung und Referenzierbarkeit von Digitalisaten auseinanderzusetzen. Anhand ihres “Pop-Up 3D”-Projektes zeigte sie beispielhaft, wie eine moderne und gezielte Umsetzung eines Digitalisierungsprojektes aussieht, und wie man die Zugänglichkeit der Digitalisate sicherstellt.

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Quantifying Leninism: Interpretation audiovisueller Daten aus sowjetischen Newsreels

Viele Aktivitäten der menschlichen Kultur hinterlassen keine Spuren, andere landen in Archiven in Form von Daten. Diese Archivdaten durchlaufen zwangsweise Selektion und Strukturierung, was beeinflusst, welche Informationen wir über die Vergangenheit erhalten und wie wir sie wahrnehmen. Dieser Prozess wiederholt sich heutzutage, während Archive digitalisiert werden. Dabei kann ein Teil der Daten verloren gehen. Gleichzeitig ermöglicht die Restrukturierung und Neusystematisierung, neue Erkenntnisse aus den Materialien zu gewinnen.

Die Kulturhistorikerin Dr. Mila Oiva von der Universität Turku beschäftigt sich mit der Frage, was und wie man aus den mehrschichtigen Archivdaten lernen kann. Im Rahmen des Projekts „DIGHT-Net“ (Link: https://dight-net.tlu.ee/), einer Kooperation der Universitäten Tallinn, Turku, Amsterdam und Bologna, arbeitet sie gemeinsam mit mehreren Kolleg:innen daran, Wissen aus den komplexen Daten des digitalen Kulturerbes (Digital Cultural Heritage) zu gewinnen. In ihrer interdisziplinären Forschung analysieren sie Texte, audiovisuelle Inhalte und Metadaten mithilfe computergestützter Methoden zur Text-, Bild- und Netzwerkanalyse. In neuester Forschung werden audiovisuelle Daten analysiert, und zwar sowjetische und estnische Newsreels (Wochenschauen) des 20. Jahrhunderts. Das Forschungsinteresse liegt auf audiovisuellen Materialien als Cultural Heritage. In Vortrag am 27 November 2024 an der Universität zu Köln rückte Milo Oiva in den Fokus, wie sich die Phänomene mit modernen computergestützten Technologien aus mehrschichtigen audiovisuellen Daten wie Newsreels erschließen lassen.

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Düvelsteene im digitalen Zeitalter: Eine 3D-Reise in die Geschichte der Megalithkultur

Die sagenumwobenen Düwelsteene, ein beeindruckendes Megalithgrab in Westfalen, fasziniert nicht nur durch seine Historie und Legenden, sondern auch durch seinen innovativen Auftritt in der digitalen Welt. Louise Tharandt, digitale Archäologin an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat mit einem innovativen Forschungsprojekt die Düwelsteene in einer interaktiven 3D-Scholarly Edition für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Mithilfe der Plattform „Pure3D“, die auf die Visualisierung und Archivierung von 3D-Modellen spezialisiert ist, hat die Archäologin, die ihren Master in digitaler Archäologie an der Universität zu Köln absolviert hat, das Großsteingrab im virtuellen Raum rekonstruiert. Die benutzerfreundliche Oberfläche bietet dabei die Möglichkeit, das Grabmal durch visuelle Darstellungen, anschauliche Annotationen und digitale Kurationen zu erleben. Tharandts Projekt zeigt, wie moderne Technologie und archäologische Forschung Hand in Hand gehen können, um kulturhistorische Stätten lebendig zu halten und auf eine neue, immersive Weise zugänglich zu machen.

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Vertrauen in die Wirklichkeit – AI, Trust und Reliability in den DH

Spätestens seit dem Release von Chat-GPT im Jahr 2022 ist die Nutzung von sogenannten künstlichen Intelligenzen für viele alltäglich geworden. Dabei beschränkt sich der Zugriff nicht mehr nur noch auf textbasierte Kommunikation – Mittlerweile können durch Prompt-Eingabe auch künstlich generierte Bilder und Videos erschaffen werden. Doch was passiert, wenn diese Technologie zum Fälschen von Kulturerbe-Objekten genutzt wird? Wie können wir Vertrauen und Gewissheit der Wahrhaftigkeit in Institutionen, Artefakte und Objekte bewahren – besonders in einer Zeit, in der das Internet von generierten Inhalten überflutet wird? Mit dieser Frage hat sich Susanne Kurz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Digital Humanities und Leiterin des IT-Zertifikats der Philosophischen Fakultät, beschäftigt. Susanne Kurz doziert seit 2003 an der Universität zu Köln und hat das Langzeitprojekt der IT-Zertifikate 2008 gegründet und stetig erweitert. Außerdem ist sie zurzeit im ARTEST Projekt tätig. Ihr Vortrag “Vertrauen in die Wirklichkeit -AI, Trust und Reliability in den DH” wurde im Rahmen des Kolloquiums “Digital Humanities – Aktuelle Forschungsthemen 2024” gehalten.

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Kult­­­urerbe im digitalen Zeitalter: Einblicke in die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln

Im Zeitalter der Digitalisierung stehen wir vor der Herausforderung, das kulturelle Erbe in all seinen Facetten zu bewahren und zugänglich zu machen. Enes Türkoglu, aufstrebender Digital Humanist und Forscher an der Universität zu Köln, beleuchtete in seinem Vortrag die komplexe Aufgabe der digitalen Erfassung visueller und kultureller Erfahrungen.

Als Beispiel nannte er das Perspektivtheater, das durch seine besondere Anordnung eine Tiefenwahrnehmung erzeugt. Auch hier stellte er die Frage, wie solche visuellen und räumlichen Effekte digitalisiert und für die Nachwelt erhalten werden können. Dabei betont er die Bedeutung von “Verzetteln” – das Auseinandersetzen mit Details und Feinheiten – als notwendigen Schritt für die umfassende Erfassung und Darstellung kultureller Artefakte.

Dieser Blogbeitrag wirft einen Blick auf seine Erkenntnisse und die Bedeutung seiner Arbeit für die Theaterwissenschaftliche Sammlung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1920 eine Fülle kulturhistorischer Artefakte umfasst.

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Modellierung des Shahnameh: Wenn Ontologien an Grenzen stoßen

Das Shahnameh ist das Lebenswerk des persischen Dichters Firdausi und auch heute noch zentral für die iranische Identität. Um neue, explorative und nonlineare Arten der Befassung mit diesem gewaltigen Werk zu ermöglichen, hat die Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerin Dr. Massoomeh Niknia eine auf CIDOC CRM basierte Datenbank der Ereignisse der Shahnameh erstellt. In einem Kolloquiumsvortrag an der Universität zu Köln stellt sie dieses Projekt sowie eine Anwendung zur Visualisierung der Daten auf einer digitalen Karte vor.

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Vom Pinsel zum Pixel: Ein digitaler Einblick in Amsterdams blühende Kunstszene des 17. Jahrhunderts

„Unveiling Early Modern Amsterdam’s Art Scene: A Digital Exploration” lautete der Vortrag von Dr. Weixuan Li, die im Rahmen des Kolloquiums zu aktuellen Forschungsprojekten der Digital Humanities einen Einblick in ihre Forschung zur Kunstszene des 17. Jahrhunderts in Amsterdam geboten hat. Dabei standen weniger die bewundernswerten Kunstwerke der Amsterdamer Künstler im Mittelpunkt, sondern vielmehr die räumlichen, sowie persönlichen Beziehungen und Netzwerke zwischen diesen Kunstschaffenden und wie jene den Amsterdamer Kunstmarkt beeinflusst haben.

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MeThAL: Ein Blick hinter die Kulissen der digitalen Theateranalyse im Elsass

Im Rahmen der Vortragsreihe “Aktuelle Forschungsthemen in den Digital Humanities” hat Pablo Ruiz Fabo am 02.05.2024 Studierenden der Universität zu Köln das von ihm geleitete Projekt MeThAL vorgestellt. Das Projekt zielt darauf ab, die Theatertradition im Elsässer Dialekt durch eine makroanalytische Herangehensweise zu erforschen. Es strebt die Erstellung eines großen, repräsentativen Korpus und die quantitative Analyse dessen an. Dabei werden Herausforderungen, wie die orthografische Vielfalt des Elsässischen, berücksichtigt. Dadurch wird ein Beitrag zur Erforschung von Minderheitensprachen geleistet und der digitale Zugang zum Elsässischen Theater verbessert.

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Gebärdensprachen und maschinelle Übersetzung: Der lange Weg zur digitalen Inklusion

Dr. Mirella De Sisto von der Universität Tilburg hielt einen aufschlussreichen Vortrag zum Thema “Sign Languages and Machine Translation: Challenges and Opportunities” (z. Dt.”Gebärdensprachen und maschinelle Übersetzung: Herausforderungen und Chancen”). Der Vortrag fand im Rahmen der Vortragsreihe zu digitalen Geisteswissenschaften im Sommersemester 2024 statt und beleuchtete die Besonderheiten von Gebärdensprachen sowie die Herausforderungen bei ihrer computerlinguistischen Verarbeitung und maschinellen Übersetzung.

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Unter Blättern verborgen, sichtbar mit Lidar: Vergessene Zivilisationen im bolivianischen Amazonasgebiet

Lange Zeit gingen Archäolog*innen davon aus, dass es in der Amazonasregion keine komplexen Zivilisationen gab. Doch diese Annahme widerlegte der Archäologe Heiko Prümers mit seinem Team durch Verwendung von Lidar-Technologie und bewies damit, dass es in diesem Gebiet organisiertes Leben gegeben haben muss. In seinem Vortrag am 24. Januar 2024 an der Universität zu Köln gab er Einblicke in dieses Projekt, die er im Jahr 2022 ebenfalls in der naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature publizierte.

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Kölner-DH-Nabelschau-Sitzung: Projektvorstellungen von Mitarbeitenden der DH in Köln

Im Rahmen des Colloquium in Digital Cultural Heritage 2023/24 der Universität zu Köln wurden immer wieder auswärtige Gäste eingeladen, um ihre aktuellen Forschungsprojekte mit Veranstaltern und  Publikum des Kolloquiums zu besprechen. Am 31.01.2024 gab es dann aber auch die Möglichkeit, sich kurze Projektvorstellungen von Mitarbeitenden der Universität zu Köln zu diskutieren. Die vorgestellten Projekte variieren inhaltlich zwar stark voneinander, zeigen jedoch alle, dass disziplin- und fächerübergreifende Forschung zu relevanten und nutzbaren Erkenntnissen führen kann.

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Von Pinpoints bis zu Prototypen: Marco Polos Toponymie im digitalen Zeitalter

Die Digital Humanities (DH) haben sich als Bereich etabliert, der auf die Nutzung von Software und digitalen Technologien zurückgreift, um neue Erkenntnisse über historische und kulturelle Artefakte zu gewinnen. Im Vortrag von Juniorprofessorin Dr.in Elisa Cugliana und Marcel Schaeben lag der Fokus auf der Visualisierung der toponymischen Varianz in Marco Polos Werk „Il Milione – Die Wunder der Welt“. Dieses Werk aus dem 13. Jahrhundert ist eine faszinierende Quelle, die einen einzigartigen Einblick in die Kulturen und Gesellschaften dieser Zeit bietet. Durch Prototyping wurde die Möglichkeit geschaffen, neue Erkenntnisse über die Entstehung und Verbreitung von Marco Polos Reisebericht zu gewinnen. Die Präsentation des Vortrags ist hier zu finden.

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Das TELAMON Projekt: Eine Digitale Reise durch die Griechischen Inschriften Bulgariens

Dr. Dimitar Iliev, Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Klassische Philologie an der St. Kliment Ohridski Universität Sofia, eröffnete in seinem Vortrag “Telamon und AIAX: ein neues digitales Korpus der griechischen Inschriften aus Bulgarien und sein Front-End-Service” einen faszinierenden Einblick in die Digital Humanities. Hierbei steht die Modellierung linguistischer Theorien antiker Sprachen mithilfe moderner Technologien im Fokus. Speziell werden XML-Modelle zur Beschreibung der Denkmalintegrität Bulgariens entwickelt, woraus sich auch andere Themengebiete erschließen. Dieses ambitionierte Projekt befindet sich aktuell im Aufbau und wird derzeit kontinuierlich optimiert und weiterentwickelt.

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Archäogaming – The Past as a Playground

Archäogaming – Eine ungewöhnliche Kombination aus zwei eigentlich fremden Feldern, doch der erste Blick täuscht! Dr. Aris Politopoulos zeigt mit seinem Vortrag im Rahmen des Colloquiums in Digital Cultural Heritage: „The Past as a Playground: From ancient boardgames to historical video games“, dass Spiele und vor allem Computerspiele nicht nur ein kulturell wichtiges Element, sondern auch ein wichtiges Werkzeug in der Archäologie sein können. Er beschriebt die Entwicklung, den aktuellen Stand und einen Ausblick in die Zukunft des Archäogaming.

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Zwischen Fakten und Vermutungen: Ein RDF-basierter Ansatz für die Geisteswissenschaften

Daten aus dem Bereich der Geisteswissenschaften, die in großem Umfang beispielsweise von Bibliotheken, Museen oder Universitäten zur Verfügung gestellt werden, gelten als reiche Informationsquelle. Und doch existiert bis heute eine große Herausforderung: Wie erfassen wir die vielfältigen, dynamischen und sich oft verändernden Sichtweisen, die sich in Forschungsprozessen ergeben? Herkömmliche Datenformate, die in den Geisteswissenschaften genutzt werden, sind oft nicht in der Lage, den Reichtum und die Tiefe wissenschaftlicher Debatten darzustellen. Sie neigen dazu, Informationen zu neutralisieren, was sich nicht nur auf die Wahrnehmung der Daten auswirkt, sondern auch den intellektuellen Eifer, das kritische Denken und die dynamischen Diskussionen, die das Verständnis in der geisteswissenschaftlichen Forschung prägen.

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Blog zur Veranstaltung “Digital Humanities – Aktuelle Forschungsthemen”